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Jan 20

Im Dienst der Bürger

Das Gebäude wurde renoviert, die Fassade neu gestaltet und die Innenräume neu eingerichtet. “Aber immer noch kommen Leute vorbei, um ihre Briefe abzugeben. Sie finden es prima, dass die “Post” renoviert worden ist! Manche haben eben so ihre lieben Gewohnheiten”, erzählt Christiane Seyler, die Leiterin des

Einwohnermeldeamts, das von nun an “Biergercenter” heißt, lachend.

Das “Biergercenter” ist in die ehemaligen Räumlichkeiten der Post am Kreisverkehr des Roses umgezogen. Seit dem 2. Januar 2009 bieten hier vier Mitarbeiter ihre

Dienste an. Ihre Aufgabe besteht darin, den Einwohnern und jenen, die es werden wollen, die  Möglichkeit zu geben, alle zur Anmeldung in der Gemeinde notwendigen Formalitäten an ein und derselben Stelle zu erledigen.

Der Empfang der Bürger war den Gemeindeverantwortlichen ein wichtiges Anliegen. Das alte Gebäude wurde komplett renoviert, um den Besuchern einen bestmöglichen Service anbieten zu können. Zwei Schalterreihen stehen den Einwohnern der Gemeinde zur Verfügung. “Die bisherigen Räumlichkeiten wurden den Anforderungen nicht mehr gerecht”, erklärt Christiane Seyler. “Familien kamen manchmal zu fünft und unsere Geschäftsräume waren da schnell überfüllt”.

Neben der Vereinfachung der Verwaltungsangelegenheiten ist dem “Biergercenter” vor allem die Kundenzufriedenheit wichtig. Breite Fensterfronten sorgen für helle und freundliche Räumlichkeiten. Ein Ticket-System hilft, den Kundenfluss zu verbessern und die Wartezeiten zu reduzieren. Ab sofort profitieren die Einwohner auch von einem großzügigen Wartesaal, in dem sich ein Ständer mit den wichtigsten Veröffentlichungen der Gemeinde befindet. “Die Bürger sind sehr zufrieden mit unseren neuen Räumlichkeiten und den verringerten Wartezeiten”, freut sich Christiane Seyler.

Um die Verwaltungsaufgaben zu vereinfachen und sich um jeden Kunden persönlich kümmern zu können, hat die Gemeinde be schlossen, sämtliche Dienstleistungen für den Bürger unter einem Dach zusammenzufassen. Neben Adressänderungen ist das “Biergercenter” unter anderem für die Ausstellung von Personalausweisen und Meldebescheinigungen, für Passanträge, die Beglaubigung von Unterschriften, die Einschreibung auf die Wählerlisten, die Kommunikation mit dem Hygienedienst, die Organisation von Musikkursen oder auch die Ausgabe von Angelerlaubnissen zuständig. Ab sofort werden auch die Hunde beim “Biergercenter” registriert.

Luxemburgische ebenso wie ausländische Staatsbürger, die gerne in die Gemeinde ziehen möchten, müssen sich im neuen “Biergercenter” anmelden. Dasselbe gilt für luxemburgische oder ausländische Bürger, die ihren Wohnsitz in eine andere Gemeinde innerhalb des Großherzogtums oder auch ins Ausland verlegen möchten. Auch diesen Umzug müssen sie im “Biergercenter” melden.

Das Standesamt hingegen befindet sich weiterhin im Rathaus. Im Gegensatz zum “Biergercenter” ist das Standesamt für Heiraten, Partnerschaften, Geburten, Sterbefälle sowie Fragen der Einbürgerung zuständig, erklärt die Leiterin des “Biergercenter”. “Hin und wieder kommt es noch vor, dass ein Einwohner wegen eines Dokuments zu uns kommt, für das das Standesamt zuständig ist. In diesem Fall verweisen wir ihn an das Rathaus und umgekehrt.”

Bei den Arbeiten am “Biergercenter” wurde besonders auf Ökologie und Behindertengerechtheit geachtet. Eine Rampe ermöglicht Rollstühlen problemlosen Zugang und im Inneren des Gebäudes stehen Behindertentoiletten zur Verfügung. Eine weitere Neuheit, die Ankömmlingen die Eingewöhnung in der Gemeinde erleichtern will, besteht in einer sämtlichen Einwohnern vom “Biergeramt” ausgehändigten Mappe, in der alle wichtigen Informationen zum Umzug und zum Leben in der Gemeinde Walferdingen zu finden sind.

Im “Biergercenter” stehen drei Beamte und zwei Angestellte der Gemeinde täglich zwischen 50 und 60 Kunden mit Rat und Tat zur Seite. Dabei kommt es bisweilen zu überraschenden Begegnungen, wie zum Beispiel in dem Moment, als die Einführung des biometrischen Passes angekündigt wurde: “Jemand hatte wohl abends zuvor eine Reportage darüber im Fernsehen gesehen. Am nächsten Morgen kam er zu uns, weil er Passfotos brauchte!” berichtet Christiane Seyler.