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Nov 29

Ein erfolgreiches Jubiläum

Im Mittelpunkt der Walfer Büchertage steht, wie sollte es auch anders sein, das Buch. Dem zu Ehren standen die Büchertage dieses Jahr unter dem Motto „Mir feieren d’Buch“. Zum 25. Geburtstag der Walfer Bicherdeeg haben wir alle Highlights des Jubiläumswochenendes für Sie in Bild und Text zusammengefasst.

Der Ehrengast am Freitag

Da eine Geburtstagsfeier selten ohne Gäste stattfindet, wurde dieses Jahr ein ganz besonderer Gast eingeladen: der Schriftsteller Daniel Kehlmann. Er ist einer der bekanntesten Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Am Freitagabend hielt er eine Lesung im Festzelt. Mehr als 250 Interessierte und Fans kamen nach Walferdingen und lauschten gebannt den Worten des renommierten Autors, der aus seinem neuesten Roman „Tyll“ las. Viele erhaschten dazu noch eine Widmung.

Startschuss am Samstag

In den Hallen wirbelten am Samstagmorgen die Aussteller herum. Sie setzten fleißig ihre Bücher in Szene. Alles wurde sorgfältig für die Besucher vorbereitet. Dann war es so weit, der Startschuss konnte fallen! Im Festzelt hatten sich gegen 9.30 Uhr zahlreiche geladene Gäste versammelt. Bürgermeister François Sauber fühlte sich geehrt, die Büchertage zum 25. Jubiläum eröffnen zu dürfen. Die Kulturministerin Sam Tanson betonte in ihrem Vortrag, dass die Büchertage eine bedeutende Rolle für die Buch- und Kulturszene spielen. Claude D. Conter, Leiter des Nationalen Literaturzentrums, entführte die Gäste im Zuge seines Gastbeitrags auf die Spuren des Wissens in der Literatur. Bei einem Geburtstag darf natürlich der Kuchen nicht fehlen. Dieser wurde vom Bürgermeister zusammen mit dem Schöffenrat in Anwesenheit des Gemeindesekretärs, der ehemaligen Bürgermeister sowie des ehemaligen Gemeindesekretärs und aller geladenen Gäste angeschnitten. Ab 10.30 Uhr konnten die Besucher in den Ausstellungshallen losstöbern.

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Im Bann der Autoren

Im ersten Stockwerk des CAW drehte sich ab 13.30 Uhr alles um den „Wissensträger Buch“, in Anlehnung an das Jahresthema der Büchertage. Die renommierten Luxemburger Autoren

Anja Di Bartolomeo und Jean Back lasen aus ihren Texten, die sie für die Novemberausgabe

der Cahiers luxembourgeois verfasst haben. Die Besucher hörten gespannt zu und konnten anschließend in Anja Di Bartolomeos Workshop unter dem Motto #KeineAngstvormSchreiben selbst zum Stift greifen. Hier wurde die Kreativität auf die Probe gestellt und die Teilnehmer verbanden Texte mit Fotos, Bildern oder Ton.

Auch Jean Back lud am Sonntag um 14 Uhr zu einem Workshop ein. Er entführte die Teilnehmer in die Welt der Kurzgeschichten. Sie suchten sich eine Medienquelle aus (Internet, Musik, Foto, Film, Zeitung etc.), die sie zu einer Geschichte inspirierte. Dann hatten sie einen Monat Zeit, ihren Text zu verfassen. Im zweiten Teil des Workshops, der Mitt e Dezember stattfindet, sollen die Teilnehmer dann die entstandenen Kurzgeschichten vortragen.

Eine Party zum Geburtstag

Der 25. Geburtstag der Büchertage wurde ausgiebig gefeiert. Besucher, Autoren, Verleger und Aussteller, die am Samstagabend ab 18 Uhr in Feierlaune waren, besuchten die „Buchparty“, eine stilechte Geburtstagssoirée. Hier plauderten die Besucher mit den Autoren und Verlegern, holten sich exklusive Buchtipps und ließen den Abend bei der Cocktail-Happy-Hour und einem DJ-Set mit der besten Musik der letzten 25 Jahre ausklingen.

Der Bicherdeeg-Klassiker

Das traditionelle RTL-Diktat durfte natürlich auch nicht fehlen. Diktiert wurde wieder auf Luxemburgisch, Französisch, Deutsch und Englisch. Viele stellten hier ihr orthografisches Können unter Beweis. Gesamtgewinner in den vier Sprachen war Danny Leyder mit insgesamt 18 Fehlern.

Die Jagd nach dem Buch

Zu den Highlights des Wochenendes gehörten natürlich auch, wie jedes Jahr, die Lesungen für Groß und Klein. Zudem gab es noch weitere Besonderheiten zu entdecken. So wurde für die kleinen Besucher am Samstagnachmittag eine Bücherjagd auf dem Gelände der Buchmesse organisiert.

75 fleißige Schatzsucher wurden mit einem tollen Buch und Gutscheinen belohnt. Das Bicherdeeg-Wochenende ließ kaum Wünsche offen. Den großen wie auch den kleinen Besuchern stand die Begeisterung förmlich ins Gesicht geschrieben. Alles in allem war es ein gelungener 25. Geburtstag – wir freuen uns auf das nächste Vierteljahrhundert!

Carte-aux-tresors-FINAL

Gewinnerin des Wettbewerbs „Liebesschreiben an meine Gemeinde“

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Walfer Bicherdeeg lud die Integrationskommission jeden Einwohner im Alter von 8 bis 99 Jahren dazu ein, seine Gemeinde in Gedichten oder Briefen, in Prosa oder Versen, auf Luxemburgisch, Französisch, Deutsch oder Englisch zu beschreiben. Unter den vielen Gedichten und Briefen, die wir erhalten haben, hat das Gedicht von MyriamGiry De Carvalho den ersten Platz belegt.

Kleine Poeten ganz groß

Neben zahlreichen Erwachsenen haben auch sieben Kinder mitgemacht und tolle Gedichte geschrieben. Sie wurden als Gesamtprojekt mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

  1. Preis

La vie à Walfer

La vie à Walfer,

Un vrai bonheur !

Située dans la vallée de l’Alzette,

Ma ville est plutôt très coquette.

Collines et sentiers ravissent les regards.

Au loin le cancan des canards ;

Des vaches dans les prés :

Le décor est planté.

Pistes cyclables et aires de jeux pour enfants

Font la joie des petits et des grands.

Ici l’on ne manque de rien.

Ma ville regorge de grands biens.

Du bureau de poste à l’artisan boulanger,

Tout y est à proximité.

Enfin, au centre de Walfer,

Demeure sans aucun doute son coeur :

Sa magnifique église où séjournent de nombreux anges.

Nul doute car nous sommes bien à Walfer…dange !

Myriam Giry de Carvalho

  • Preis

E puer léif Wieder un Walfer

E puer léif Wieder un Walfer, wou et sech gutt liewen léist,

wann d’Liewen een emol fir e puer Méint gerëselt huet.

• Walfer ass sech doheem filien

• Walfer ass sech einfach falen loossen, weess een dach dat Walfer een opfänkt

• Walfer ass sech sécher sinn, dat och wann de nächste Schrëtt net mäi geet et awer geet

• Walfer an seng Leit

• Walfer an seng Natur, Walfer an seng Kultur

• Walfer an seng Aktivitéiten – sinn „ einfach Walfer“:

do sinn an nolauschteren

kucken an net ewechkucken

mateneen an net ausgrenzen

geselleg an awer engem säin Fräiraum loossen

Dat alles, an nach vill mäi, ass mäin doheem, ass Walfer.

Jeanne-Marie Simon

  • Preis

Walferdange

am Rand von Walferdange steht eine Rose

in einem Garten am Ausgang der Stadt

ein Meer aus Blüten und ein Duft der bleibt

tauchen die Stadt in ein freundliches Licht

aus Portugal brachte sie einst der Gärtner

nur sie brachte er als einzig Gepäck

erinnern sollt sie an das ferne Zuhaus

doch neue Heimat hat hier sie gefunden

liebende Hände und nährender Boden

ein Klima als wäre für sie es gemacht

harmonisch passt sie sich an der Umgebung

und wird so zur besten Vision von sich selbst

du klärst mir die Welt in deinen Gedichten

mit schönen Worten drückst du dich aus

des Gärtners Lyrik ist die Blüte der Ros

die so einfach und klar für Walferdange wirbt

Peter Polchow

We do not own the hold of home

Whitethroat and nightingale –

a rusty triangle and clarinet notes:

our saxophone migrant.

The red-backed shrike, albeit the butcherbird,

sang quietly too, sweet in its slaughter,

in its whiff of tarmac-spreading, new road, tunnel.

It’s what we heard.

It’s what we called home

to Walferdange.

Migrants too, asylum-seekers,

expats’ trombone pomposity.

All to the good. Language, rhyme

and reason galore.

Home it was, and is, and is to come

if we don’t demolish what we’d build it by.

The northward birds, constituents

of the welcome

and fabric we’ve been grateful for:

shared, not shared out. Of course

we don’t own this hold on home.

We just came and scribbled and sang.

Robert Schofield

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